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Deutscher Schach Bund e.V.
FIDE - Schachregeln
Deutsche Übersetzung Stand 1. Juli 2001
REGELN FÜR DEN SCHACHSPORT
Artikel 6: Die Schachuhr
6.1 Eine "Schachuhr" ist eine Uhr mit zwei Zeitanzeigen, die so miteinander ver-
bunden sind, dass zu gleicher Zeit nur eine von ihnen laufen kann.
"Uhr" bedeutet in den Schachregeln jeweils eine der beiden Zeitanzeigen.
Das Fallen des "Fallblättchens" bedeutet, dass die einem Spieler zugewiesene
Zeit aufgebraucht worden ist.
6.2 a) Wenn eine Schachuhr benutzt wird, muss jeder Spieler eine Mindestzahl von
Zügen oder alle Züge in einer bestimmten Zeitperiode ausführen, und/oder
es darf ihm pro Zug eine zusätzliche Bedenkzeit zugeteilt werden. All
dies muss im voraus bekannt gegeben werden.
b) Die Zeit, die ein Spieler in der ersten Zeitperiode gespart hat, wird ihm
für die nächste Periode zu seiner verfügbaren Zeit hinzugerechnet, außer
im Aufschub-Modus.
Im Aufschub-Modus erhalten beide Spieler eine Hauptbedenkzeit. Außerdem
erhält jeder Spieler pro Zug eine festgelegte Extrabedenkzeit. Der Ver-
brauch der Hauptbedenkzeit setzt erst nach Ablauf der Extrabedenkzeit ein.
Vorausgesetzt, dass der Spieler seine Uhr vor Ablauf der Extrabedenkzeit
anhält, ändert sich die Hauptbedenkzeit nicht, unabhängig vom Anteil an
Extrabedenkzeit, der verbraucht worden ist.
6.3 Jede Zeitanzeige hat ein "Fallblättchen". Unmittelbar nach dem Fallen eines
Fallblättchen müssen die Anforderungen nach Artikel 6.2 a) überprüft werden.
6.4 Der Schiedsrichter entscheidet vor Partiebeginn, wo die Schachuhr zu stehen
kommt.
6.5 Zu dem für den Partiebeginn festgesetzten Zeitpunkt wird die Uhr des Spie-
lers mit den weißen Figuren in Gang gesetzt.
6.6 Falls zu Beginn keiner der Spieler anwesend ist, verliert der Spieler mit
den weißen Figuren die gesamte Zeit bis zu seinem Eintreffen, es sei denn,
das Turnierreglement sieht etwas anderes vor oder der Schiedsrichter
entscheidet anders.
6.7 Jeder Spieler, der mehr als eine Stunde nach dem angesetzten Spielbeginn
eintrifft, verliert die Partie, es sei denn, das Turnierreglement sieht
etwas anderes vor oder der Schiedsrichter entscheidet anders.
6.8 a) Während der Partie hält jeder Spieler, nachdem er seinen Zug auf dem
Schachbrett ausgeführt hat, seine eigene Uhr an und setzt die seines
Gegners in Gang. Einem Spieler muss es immer ermöglicht werden, seine
Uhr anzuhalten. Sein Zug gilt als nicht vollständig abgeschlossen,
solange er das nicht getan hat, es sei denn, der ausgeführte Zug hat
die Partie beendet (siehe Artikel 5.1 und 5.2).
Die Zeit zwischen der Ausführung des Zuges auf dem Schachbrett und dem
Anhalten der eigenen und dem Ingangsetzen der gegnerischen Uhr gilt
als Teil der Bedenkzeit des betreffenden Spielers.
b) Ein Spieler muss seine Uhr mit der gleichen Hand anhalten, mit der er
seinen Zug gemacht hat. Einem Spieler ist es verboten, seinen Finger
auf oder über dem Knopf zu behalten.
c) Die Spieler müssen die Schachuhr anständig behandeln. Es ist verboten,
auf sie draufzuhauen, sie hochzuheben oder umzuwerfen. Unangemessenes
Umgehen mit der Uhr wird gemäß Artikel 13.4 bestraft.
d) Falls einem Spieler das Bedienen der Uhr nicht möglich ist, darf er
für diese Aufgabe einen Assistenten stellen, der vom Schiedsrichter
genehmigt werden muss. Die Bedenkzeit der Spieler wird vom Schieds-
richter fair angepasst.
6.9 Das Fallblättchen gilt als gefallen, wenn der Schiedsrichter dies
beobachtet oder einer der Spieler zu Recht darauf hingewiesen hat.
6.10 Außer in den Fällen, die durch die Artikel 5.1 oder einen der Artikel
5.2 a), b) oder c) erfasst werden, gilt, dass ein Spieler seine Partie
verloren hat, wenn er die vorgeschriebene Anzahl von Zügen in der
zugewiesenen Zeit nicht vollständig abgeschlossen hat. Die Partie ist
jedoch remis, wenn eine Stellung entstanden ist, aus der heraus es dem
Gegner nicht möglich ist, den König des Spieler durch irgendeine Folge
von regelgemäßen Zügen, selbst bei ungeschicktestem Gegenspiel, matt zu
setzen.
6.11 Jede Anzeige auf den Uhren ist bindend, sofern kein offensichtlicher
Mangel vorliegt. Eine Schachuhr mit einem offensichtlichen Mangel muss
ersetzt werden. Der Schiedsrichter bestimmt nach bestem Ermessen, auf
welche Zeiten die Ersatzuhr zu stellen ist.
6.12 Wenn beide Fallblättchen gefallen sind, aber nicht feststellbar ist,
welches zuerst, wird die Partie fortgesetzt.
6.13 a) Wenn die Partie unterbrochen werden muss, werden die Uhren vom Schieds-
richter angehalten.
b) Ein Spieler darf die Uhren nur anhalten, um den Schiedsrichter zu Hilfe
zu rufen, z.B. wenn ein Bauer umgewandelt wird und die gewünschte Figur
nicht zur Hand ist.
c) In beiden Fällen entscheidet der Schiedsrichter, wann die Partie wieder
aufgenommen werden muss.
d) Wenn ein Spieler die Uhren anhält, um den Schiedsrichter zu Hilfe zu
rufen, entscheidet der Schiedsrichter, ob der Spieler einen triftigen
Grund dazu hatte. Falls es offensichtlich keinen triftigen Grund für
den Spieler gab, die Uhren anzuhalten, wird er gemäß Artikel 13.4
bestraft.
6.14 Wenn die Figuren infolge eines Regelverstoßes oder aus anderen Gründen in
eine vorangegangene Stellung zurückversetzt werden müssen, bestimmt der
Schiedsrichter nach bestem Ermessen, auf welche Zeiten die Uhren zu stellen
sind. Er berichtigt auch, falls nötig, den Zugzähler der Uhr.
6.15 Projektionsleinwände, Bildschirme oder Demonstrationsbretter, welche die
aktuelle Stellung auf dem Schachbrett, die Züge und die Anzahl der
gespielten Züge zeigen, sowie die Uhren, die auch die Zügezahl anzeigen,
sind im Turniersaal erlaubt. Jedoch darf ein Spieler einen Antrag nicht auf
Informationen stützen, die auf derartigen Anzeigen beruhen.
Artikel 7: Regelverstöße
7.1 a) Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass die Anfangsstellung der
Figuren falsch war, wird die Partie annulliert und eine neue gespielt.
b) Wenn während einer Partie festgestellt wird, dass der einzige Fehler darin
besteht, dass das Brett nicht gemäß Artikel 2.1 ausgelegt worden war, wird
die Partie fortgesetzt, aber die erreichte Stellung muss auf ein korrekt
liegendes Brett übertragen werden.
7.2 Wenn eine Partie mit vertauschten Farben begonnen worden ist, wird sie fort-
gesetzt, es sei denn, der Schiedsrichter entscheidet anders.
7.3 Wenn ein Spieler eine oder mehrere Figuren verschiebt, muss er die korrekte
Stellung auf Kosten seiner eigenen Zeit wieder aufbauen. Falls nötig, hält
der Spieler oder sein Gegner die Uhren an und bittet den Schiedsrichter um
Hilfe. Der Schiedsrichter darf den Spieler, der die Figuren verschoben hat,
bestrafen.
7.4 a) Wenn während der Partie festgestellt wird, dass ein regelwidriger Zug
gemacht worden ist, wird die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß
rekonstruiert. Falls die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß
nicht bestimmt werden kann, wird die Partie aus der letzten bekannten
Stellung vor dem Regelverstoß heraus weitergespielt. Die Uhren werden
gemäß Artikel 6.14 gestellt. Artikel 4.3 wird angewandt auf den Zug,
der den regelwidrigen ersetzt. Daraufhin wird die Partie aus der so
erreichten Stellung heraus weitergespielt.
b) Nachdem gemäß Artikel 7.4 a) vorgegangen worden ist, fügt der Schieds-
richter für die ersten beiden regelwidrigen Züge eines Spielers je zwei
zusätzliche Minuten zur Bedenkzeit des Gegners hinzu; nach dem dritten
regelwidrigen Zug desselben Spielers erklärt der Schiedsrichter die
Partie für diesen für verloren.
7.5 Wenn während der Partie festgestellt wird, dass Figuren von ihren Feldern
verschoben worden sind, wird die Stellung vor dem Regelverstoß wiederher-
gestellt. Falls die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß nicht
ermittelt werden kann, wird die Partie aus der letzten bekannten Stellung
vor dem Regelverstoß heraus weitergespielt. Die Uhren werden gemäß Artikel
6.14 gestellt. Daraufhin wird die Partie aus der so erreichten Stellung
heraus weitergespielt.
Artikel 8: Die Aufzeichnung der Züge
8.1 Im Laufe der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine eigenen Züge und
die seines Gegners auf korrekte Weise aufzuzeichnen, Zug für Zug, so klar
und lesbar wie möglich, in algebraischer Notation (Anhang E), auf dem für
das Turnier vorgeschriebenen Partieformular.
Ein Spieler darf, wenn er es wünscht, auf den Zug seines Gegners antworten,
bevor er ihn aufzeichnet. Er muss seinen eigenen vorangegangenen Zug auf-
zeichnen, bevor er einen neuen macht. Beide Spieler müssen ein Remisangebot
auf dem Partieformular aufzeichnen "(=)".
Falls es einem Spieler nicht möglich ist, die Partie aufzuzeichnen, wird ihm
zu Beginn der Partie eine vom Schiedsrichter bestimmte Zeitspanne von seiner
Bedenkzeit abgezogen.
8.2 Das Partieformular muss vom Schiedsrichter die ganze Partie hindurch gesehen
werden können.
8.3 Die Partieformulare sind Eigentum des Turnierveranstalters.
8.4 Wenn ein Spieler weniger als 5 Minuten Restbedenkzeit hat, ist er nicht ver-
pflichtet, die Anforderungen von Artikel 8.1 zu erfüllen. Dies gilt nicht,
wenn er pro Zug mindestens 30 zusätzliche Sekunden zu seiner Bedenkzeit
hinzugefügt bekommt. Nachdem ein Fallblättchen gefallen ist, muss der Spieler
seine Aufzeichnungen sofort, vor Ausführung eines Zuges auf dem Schachbrett,
vollständig nachtragen.
8.5 a) Wenn gemäß Artikel 8.4 kein Spieler mehr mitschreiben muss, soll, wenn
möglich, der Schiedsrichter oder ein Assistent anwesend sein und mit-
schreiben. In diesem Fall hält der Schiedsrichter, unmittelbar nachdem
eines der Fallblättchen gefallen ist, die Uhren an. Daraufhin tragen beide
Spieler ihre Aufzeichnungen unter Benutzung der Aufzeichnungen des Schieds-
richters oder des Gegners nach.
b) Wenn nur einer der Spieler gemäß Artikel 8.4 nicht verpflichtet ist,
mitzuschreiben, muss er, sobald ein Fallblättchen gefallen ist, seine
Aufzeichnungen vor Ausführung eines Zuges auf dem Schachbrett vollständig
nachtragen. Vorausgesetzt, dass der Spieler am Zuge ist, darf er das
Partieformular seines Gegners benutzen, muss es aber zurückgeben, bevor er
zieht.
c) Wenn keine vollständige Aufzeichnung vorliegt, müssen die Spieler die
Partie auf einem zweiten Schachbrett unter Aufsicht des Schiedsrichters
oder eines Assistenten rekonstruieren. Dieser zeichnet als erstes, bevor
die Rekonstruktion beginnt, die aktuelle Partiestellung, die Uhrzeiten und
die Zahl der ausgeführten Züge auf, falls diese Angaben zugänglich sind.
8.6 Wenn die Partieformulare nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden können
und somit nicht zeigen können, ob ein Spieler die Bedenkzeit vor Ausführung
der verlangten Zahl von Zügen überschritten hat, gilt der nächste Zug als der
erste für die folgende Zeitperiode, außer im Fall, dass nachweisbar mehr Züge
gespielt worden sind.
8.7 Nach Ende der Partie unterzeichnen beide Spieler beide Partieformulare mit
dem darauf notierten Partieresultat. Diese Resultat bleibt gültig, auch wenn
es falsch eingetragen worden ist, außer der Schiedsrichter entscheidet anders.
Artikel 9: Das Remis (die unentschiedene Partie)
9.1 a) Ein Spieler, der remis anbieten möchte, tut dies, nachdem er einen Zug auf
dem Schachbrett ausgeführt und bevor er seine Uhr angehalten und die seines
Gegners in Gang gesetzt hat. Ein Remisangebot zu einer beliebigen anderen
Zeit ist zwar gültig, aber Artikel 12.5 muss berücksichtigt werden. An das
Angebot können keine Bedingungen geknüpft werden. In beiden Fällen kann
das Remisangebot nicht zurückgezogen werden und bleibt gültig, bis es der
Gegner annimmt, mündlich ablehnt, ablehnt durch Berühren einer Figur in der
Absicht, diese zu ziehen oder zu schlagen, oder die Partie auf andere Weise
beendet wird.
b) Das Remisangebot wird von jedem Spieler mit dem Symbol "(=)" auf dem
Partieformular notiert.
c) Ein Antrag auf remis gemäß Artikel 9.2, 9.3 oder 10.2 wird als Remisangebot.
9.2 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages eines Spielers, der am
Zuge ist, wenn dieselbe Stellung mindestens zum dritten Mal (nicht notwendiger-
weise durch Zugwiederholung in direkter Folge)
a) sogleich entstehen wird, falls er als erstes seinen Zug auf sein Partie-
formular schreibt und dem Schiedsrichter seine Absicht erklärt, diesen Zug
ausführen zu wollen, oder
b) soeben entstanden ist und der Antragsteller am Zug ist.
Stellungen unter a) und b) gelten als gleich, wenn der gleiche Spieler am Zuge
ist, Figuren der gleichen Art und Farbe die gleichen Felder besetzen und die
Zugmöglichkeiten aller Figuren beider Spieler gleich sind.
Stellungen sind nicht gleich, wenn ein Bauer, der en passant geschlagen werden
konnte, nicht mehr geschlagen werden kann, oder wenn sich das Recht zu rochieren
vorübergehend oder endgültig geändert hat.
9.3 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des Spielers, der am Zuge
ist, falls
a) er einen Zug auf sein Partieformular schreibt und dem Schiedsrichter seine
Absicht erklärt, diesen Zug ausführen zu wollen, der zur Folge hat, dass dann
die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge eines jeden Spielers gemacht worden
sind, ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist, oder
b) die letzten 50 aufeinanderfolgenden Züge eines jeden Spielers geschehen sind,
ohne dass ein Bauer gezogen oder eine Figur geschlagen worden ist.
9.4 Wenn ein Spieler einen Zug macht, ohne gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis bean-
sprucht zu haben, verliert er für diesen Zug das Recht dazu.
9.5 Wenn ein Spieler gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis beansprucht, muss er sofort
beide Uhren anhalten. Er ist nicht berechtigt seinen Antrag zurückzuziehen.
a) Erweist sich der Anspruch als berechtigt, ist die Partie sofort remis.
b) Erweist sich der Anspruch als nicht berechtigt, fügt der Schiedsrichter drei
Minuten zur verbliebenen Bedenkzeit des Gegners hinzu. Außerdem zieht der
Schiedsrichter dem Antragsteller, falls dieser noch mehr als zwei Minuten
auf seiner Uhr hat, die Hälfte seiner Restbedenkzeit, höchstens aber drei
Minuten, ab. Falls der Antragsteller weniger als zwei Minuten, aber mehr als
eine übrig hat, wird seine Restbedenkzeit auf eine Minute gestellt. Falls
der Antragsteller weniger als eine Minute übrig hat, nimmt der Schiedsrichter
keine Änderung an seiner Uhr vor. Dann wird die Partie fortgesetzt und der
angekündigte Zug muss ausgeführt werden.
9.6 Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, aus welcher ein Matt
durch keine erdenkliche Folge von regelgemäßen Zugen, selbst bei ungeschicktestem
Spiel, erreichbar ist. Damit ist die Partie sofort beendet.
Artikel 10: Endspurtphase
10.1 Die "Endspurtphase" ist die letzte Phase in einer Partie, in welcher alle
verbleibenden Züge in einer begrenzten Zeit gemacht werden müssen.
10.2 Wenn der Spieler, der am Zuge ist, weniger als zwei Minuten Restbedenkzeit hat,
darf er, bevor sein Fallblättchen gefallen ist, remis beantragen. Er hält die
Uhren an und ruft den Schiedsrichter herbei.
a) Falls der Schiedsrichter darin übereinstimmt, dass der Gegner keine
Anstrengungen unternehme, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen, oder
dass die Partie mit normalen Mitteln überhaupt nicht zu gewinnen sei,
erklärt er die Partie für remis. Andernfalls schiebt er seine Entscheidung
hinaus oder lehnt den Antrag ab.
b) Falls der Schiedsrichter seine Entscheidung hinausschiebt, dürfen dem Gegner
zwei zusätzliche Minuten Bedenkzeit zugesprochen werden und die Partie wird
fortgesetzt, wenn möglich im Beisein des Schiedsrichters. Nachdem ein Fall-
blättchen gefallen ist, bestimmt der Schiedsrichter das Spielergebnis.
c) Falls der Schiedsrichter den Antrag abgelehnt hat, werden dem Gegner zwei
zusätzliche Minuten Bedenkzeit zugesprochen.
d) Die Entscheidung des Schiedsrichters in Bezug auf 10.2 a), b) und c) ist
endgültig.
10.3 Wenn beide Fallblättchen gefallen sind und es nicht nachweisbar ist, welches
das erste war, ist die Partie remis.
Artikel 11: Spielergebnisse
11.1 Außer nach anderslautender Vorankündigung gilt, dass ein Spieler,
der seine Partie gewinnt oder kampflos gewinnt, einen Punkt (1) erzielt,
der seine Partie verliert oder kampflos verliert, keinen Punkt (0) erzielt,
der seine Partie mit remis beendet, einen halben Punkt (½) erzielt.
Artikel 12: Das Verhalten der Spieler
12.1 Ein Schachspieler unternimmt nichts, was dem Ansehen des Schachspiels
abträglich sein könnte.
12.2 Während des Spielverlaufs ist es den Spielern verboten, sich irgendwelche
Notizen, Informationsquellen oder Ratschläge zunutze zu machen oder auf
einem anderen Schachbrett zu analysieren.
Das Partieformular dient ausschließlich zur Aufzeichnung der Züge, der
Zeitangaben auf den Uhren, der Remisangebote und der mit einem Antrag in
Zusammenhang stehenden Umstände.
12.3 Spieler, die ihre Partie beendet haben, gelten als Zuschauer.
12.4 Es ist den Spielern nicht gestattet, das Turnierareal ohne Erlaubnis des
Schiedsrichters zu verlassen. Das Turnierareal ist begrenzt auf den Spiel-
bereich, Toiletten, Verpflegungsbereiche und Nebenräume für Raucher, sowie
auf weitere, vom Schiedsrichter bezeichnete Bereiche.
Dem Spieler, der am Zug ist, ist es nicht gestattet, den Spielbereich ohne
Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen.
12.5 Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören.
Dazu gehört auch ungerechtfertigtes Antragstellen oder Anbieten von remis.
12.6 Ein Verstoß gegen irgendeinen Teil der Artikel 12.1 bis 12.5 wird gemäß
Artikel 13.4 bestraft.
12.7 Andauernde Weigerung eines Spielers, sich an die Schachregeln zu halten, wird
mit Partieverlust bestraft. Die vom Gegner erzielte Punktzahl wird vom Schieds-
richter bestimmt.
12.8 Wenn sich beide Spieler gemäß Artikel 12.7 schuldig machen, wird für beide das
Spiel für verloren erklärt.
Artikel 13: Der Aufgabenbereich des Schiedsrichters (siehe Vorwort)
13.1 Der Schiedsrichter achtet auf striktes Einhalten der Schachregeln.
13.2 Der Schiedsrichter handelt im besten Interesse des Wettkampfes. Er soll dafür
sorgen, dass durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und dass die Spieler
nicht gestört werden. Er beaufsichtigt den Ablauf des Wettkampfes.
13.3 Der Schiedsrichter beobachtet die Partien, besonders in der Zeitnotphase, setzt
Entscheidungen, die er getroffen hat, durch und verhängt in angebrachten Fällen
Strafen über Spieler.
13.4 Der Schiedsrichter kann eine oder mehrere der folgenden Strafen verhängen:
a) eine Verwarnung,
b) eine Verlängern der Restbedenkzeit des Gegners,
c) eine Kürzung der Restbedenkzeit des zu bestrafenden Spielers,
d) den Verlust der Partie,
e) eine Kürzung der Punktzahl im Partieresultat der zu bestrafenden Partei,
f) eine Erhöhung der Punktzahl im Partieresultat des Gegners bis zu der in
dieser Partie erreichbaren Höchstzahl,
g) den Ausschluss vom Turnier.
13.5 Bei externen Störungen darf der Schiedsrichter einem der Spieler oder auch
beiden zusätzliche Bedenkzeit gewähren.
13.6 Der Schiedsrichter darf nicht in eine Partie eingreifen, außer in den Fällen,
die in den Schachregeln erwähnt sind. Er gibt die Zahl der gespielten Züge
nicht bekannt, außer in Anwendung von Artikel 8.5 zu dem Zeitpunkt, da
mindestens einer der Spieler seine gesamte Bedenkzeit verbraucht hat. Der
Schiedsrichter unterlässt es, einem Spieler mitzuteilen, dass sein Gegner
einen Zug ausgeführt habe.
13.7 Zuschauer und Spieler anderer Partien dürfen nicht über eine Partie reden oder
sich auf andere Weise einmischen. Falls nötig, darf der Schiedsrichter die
Störer aus dem Turnierareal weisen.
Artikel 14: Die FIDE
14.1 Angeschlossene Föderationen können die FIDE in Fragen zu den Schachregeln um
offizielle Entscheidungen ersuchen.
Fortsetzung zu Anhang
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