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Deutscher Schach Bund e.V.

FIDE - Schachregeln

Deutsche Übersetzung Stand 1. Juli 2001

SPIELREGELN

Vorwort
Die Schachregeln können weder Situationen erfassen, die sich im Laufe einer Partie
ergeben können, noch können sie alle administrativen Fragen regeln. In Fällen, die
nicht durch einen Artikel der Schachregeln geklärt sind, sollte es möglich sein,
durch das Studium analoger Situationen, die von den Schachregeln erfasst werden, zu
einer korrekten Entscheidung zu gelangen. Die Schachregeln setzen voraus, dass
Schiedsrichter das notwendige Sachverständnis, gesundes Urteilsvermögen und absolute
Objektivität besitzen. Eine allzu detaillierte Regelung könnte dem Schiedsrichter
seine Entscheidungsfreiheit nehmen und könnte ihn somit daran hindern, eine sport-
liche, logische und den speziellen Gegebenheiten angemessene Lösung zu finden.
Die FIDE appelliert an alle Schachspieler und Föderationen, sich dieser Auffas-
sung anzuschließen.
Eine angeschlossene Föderation hat das Recht, detaillierte Schachregeln einzufüh-
ren, vorausgesetzt, dass diese

a) in keiner Weise mit den offiziellen Schachregeln der FIDE in Konflikt treten,
b) nur im Gebiet der betreffenden Föderation Anwendung finden,
c) weder für Wettkämpfe, Meisterschaften oder Qualifikationsturniere der FIDE noch
   für Titel- oder Wertungsturniere der FIDE gelten.
Artikel  1: Wesen und Ziele des Schachspiels
 1.1  Das Schachspiel wird zwischen zwei Gegnern gespielt, die abwechselnd
      Figuren auf einem quadratischen Spielbrett, "Schachbrett" genannt, ziehen.
      Der Spieler mit den weißen Figuren beginnt die Partie. Ein Spieler "ist am
      Zug", sobald der Zug seines Gegners beendet ist.

 1.2  Das Ziel jeden Spielers ist es, den gegnerischen König so "anzugreifen",
      dass der Gegner keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat, der ein "Schlagen"
      des Königs im folgenden Zug vermeiden würde. Der Spieler, der dies erreicht,
      hat den Gegner "mattgesetzt" und das Spiel gewonnen. Der Gegner, der matt-
      gesetzt worden ist, hat das Spiel verloren.

 1.3  Ist eine Stellung erreicht, in der keinem der beiden Spieler das Mattsetzen
      mehr möglich ist, ist das Spiel "remis" (unentschieden).
Artikel  2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Brett
 2.1  Das Schachbrett besteht aus einem 8 x 8 Gitter von 64 gleich großen Quadra-
      ten, die abwechselnd hell und dunkel sind (die "weißen" und die "schwarzen
      Felder"). Das Schachbrett wird so zwischen die beiden Spieler gelegt, dass auf
      der Seite vor einem Spieler das rechte Eckfeld weiß ist (siehe Artikel 7.1).
 2.2  usw. bis 2.4 (nicht übernommen)
Artikel  3: Die Gangart der Figuren
 3.1 usw. bis 3.7 nicht übernommen
 3.8  A) Es gibt zwei verschiedene Arten den König zu ziehen:
         I)  er zieht auf ein beliebiges angrenzendes Feld, das nicht von einer
             oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird. Von den
             gegnerischen Figuren gilt, dass sie ein Feld sogar dann angreifen, wenn
             sie selbst nicht ziehen können.

         II) er "rochiert". Die "Rochade" ist ein Zug des Königs und eines
             gleichfarbigen Turmes auf der gleichen Reihe. Sie gilt als einziger 
             Zug und wird folgendermaßen ausgeführt: Der König wird von seinem 
             Ursprungsfeld um zwei Felder in Richtung des Turmes hin versetzt,
             dann wird dieser Turm auf das Feld gesetzt, das der König soeben
             überquert hat.
               
             1) Die Rochade ist regelwidrig:
                a) wenn der König bereits gezogen hat, oder
                b) mit einem Turm, der bereits gezogen hat.
             2) Die Rochade ist vorübergehend verhindert,
                a) wenn das Standfeld des Königs oder das Feld, das er überqueren
                   muss oder sein Zielfeld von einer oder mehreren gegnerischen
                   Figuren angegriffen wird,
                b) wenn sich zwischen dem König und dem Turm, mit dem rochiert
                   werden soll, irgendeine Figur befindet.

      B) Ein König "steht im Schach", wenn er von einer oder mehreren gegnerischen
         Figuren angegriffen wird, auch wenn diese selbst nicht ziehen können.
         Das Ansagen eines Schachgebotes ist nicht obligatorisch.

 3.9 Keine Figur darf einen Zug machen, welcher den eigenen König einem Schachgebot
     aussetzt oder ihn in einem Schachgebot stehen läßt.
Artikel  4: Die Ausführung der Züge
 4.1  Jeder Zug muss mit einer Hand allein ausgeführt werden.
 4.2  Vorausgesetzt, dass er seine Absicht im voraus bekannt gibt (z.B. durch die
      Ankündigung "j'adoube" oder "ich korrigiere"), darf der Spieler, der am Zuge
      ist, eine oder mehrere Figuren auf ihren Feldern zurechtrücken.

 4.3  Berührt der Spieler, der am Zug ist, den Fall von Artikel 4.2 ausgenommen,
      absichtlich auf dem Schachbrett
      a) eine oder mehrere eigene Figuren, muss er die zuerst berührte Figur ziehen
         die gezogen werden kann, oder
      b) eine oder mehrere gegnerische Figuren, muss er die zuerst berührte Figur
         schlagen, die geschlagen werden kann, oder
      c) je eine Figur beider Farben, muss er die gegnerische Figur mit seiner Figur
         schlagen oder, falls dies regelwidrig ist, die erste berührte Figur, die
         gezogen oder geschlagen werden kann, ziehen oder schlagen. Falls nicht
         eindeutig feststeht, ob die eigene Figur oder die gegnerische zuerst berührt
         worden ist, gilt die eigene als die zuerst berührte Figur.

 4.4  a) Wenn ein Spieler absichtlich seinen König und seinen Turm berührt, muss er
         auf dieser Seite rochieren, falls die Regeln dies zulassen.
      b) Wenn ein Spieler absichtlich seinen Turm und danach seinen König berührt,
         darf er mit diesem Turm in diesem Zug nicht rochieren und der Fall wird
         durch Artikel 4.3 a) geregelt.
      c) Wenn ein Spieler, in der Absicht zu rochieren, seinen König oder König und
         Turm zugleich berührt, die Rochade aber auf dieser Seite regelwidrig ist,
         muss er einen anderen regelgemäßen Königszug ausführen, der auch in der
         Rochade zur anderen Seite bestehen kann. Falls der König keinen regel-
         gemäßen Zug zur Verfügung hat, darf der Spieler einen beliebigen regel-
         gemäßen Zug ausführen.

 4.5  Falls keine der berührten Figuren gezogen oder geschlagen werden kann, darf
      der Spieler einen beliebigen regelgemäßen Zug ausführen.

 4.6  Ein Spieler verliert sein Recht, einen Verstoß gegen Artikel 4.3 oder 4.4
      durch seinen Gegner zu beanstanden, sobald er selbst absichtlich eine Figur
      berührt hat.

 4.7  Wenn in einem regelgemäßen Zug oder als Teil eines regelgemäßen Zuges eine
      Figur auf einem Feld losgelassen worden ist, kann sie nicht mehr auf ein
      anderes Feld gezogen werden. Der Zug gilt als ausgeführt, wenn alle notwen-
      digen Anforderungen von Artikel 3 erfüllt worden sind.
Artikel  5: Die Beendigung der Partie
 5.1  a) Die Partie ist von dem Spieler gewonnen, der den gegnerischen König
         mattgesetzt hat. Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass
         der Zug, der die Mattstellung herbeigeführt hat, regelgemäß war.
      b) Die Partie ist von dem Spieler gewonnen, dessen Gegner erklärt, dass er
         aufgebe. Damit ist die Partie sofort beendet.

 5.2  a)   Die Partie ist "remis" (unentschieden), wenn der Spieler, der am Zuge
           ist, keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat und sein König nicht im
           Schach steht. Eine solche Stellung heißt "Pattstellung". Damit ist die
           Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass der Zug, der die Pattstellung
           herbeigeführt hat, regelgemäß war.
      b)   Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, in welcher
           keiner der Spieler den gegnerischen König mit irgendeiner Folge von
           regelgemäßen Zügen mattsetzen kann. Eine solche Stellung heißt "tote
           Stellung". Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass
           der Zug, der die Stellung herbeigeführt hat, regelgemäß war.
      c)   Die Partie ist remis durch eine von den beiden Spielern während der
           Partie getroffene Übereinkunft. Damit ist die Partie sofort beendet
           (siehe Artikel 9.1).
      d)   Die Partie darf remis gegeben werden, falls irgendeine identische
           Stellung mindestens zum dritten Mal auf dem Brett entstanden ist oder
           sogleich entstehen wird (siehe Artikel 9.2). 
      e)   Die Partie darf remis gegeben werden, falls die letzten 50 aufeinander-
           folgenden Züge von jedem Spieler gemacht worden sind, ohne dass
           irgendein Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen worden wäre
           (siehe Artikel 9.3).

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